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Stadtwerke Bochum

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Pressemeldung

03.09.2008

Erster Spatenstich für Trianel Kohlekraftwerk Lünen

Spatenstich Lünen Gruppenfoto

Stadtwerke Bochum und 30 Partner engagieren sich mit 1,4 Milliarden Euro für mehr Wettbewerb, Versorgungssicherheit und Klimaschutz

Aachen/Bochum In Anwesenheit von Christa Thoben, Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, und dem Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum GmbH, Dietmar Spohn, erfolgte heute der erste Spatenstich für das neue Trianel Kohlekraftwerk am Standort Lünen. Die Stadtwerke Bochum investieren gemeinsam mit 29 Stadtwerken und regionalen Versorgungsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie der Trianel European Energy Trading GmbH rund 1,4 Milliarden Euro in die Errichtung der Anlage. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird das 750 Megawatt-Steinkohlekraftwerk, das technologisch und ökologisch dem modernsten Standard entspricht, voraussichtlich ab Herbst 2012 jährlich bis zu sechs Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren und damit rund 1,6 Millionen Haushalte mit elektrischer Energie versorgen.

„Die Eigenerzeugung von Strom wird für die ewmr immer wichtiger. Aufgrund der schwankenden und stark steigenden Preise auf den Energiemärkten können kommunale Energieversorger sich nicht mehr ausschließlich auf die Verteilung von Strom und Gas konzentrieren. Um unseren Kunden auch in Zukunft attraktive Konditionen bieten zu können, ist die Realisierung des Gemeinschaftskraftwerks von hohem Nutzen, um einen unabhängigeren und kosten-günstigeren Zugang zum Strombeschaffungsmarkt zu erschließen“, erklärte Dietmar Spohn, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum und ewmr.

Bei der Anlage handelt es sich um das erste Kohlekraftwerk, das ausschließlich von kommunalen Versorgungsunternehmen getragen wird. Mit ihrem Engagement setzen die beteiligten Unternehmen gleich in mehrfacher Hinsicht Zeichen:
• Die Wettbewerbsintensität auf dem deutschen
Strommarkt nimmt weiter zu, da das Kraftwerk von
regionalen und kommunalen Versorgungs-unternehmen gebaut und betrieben wird. Rund 80 Prozent der Kraftwerkskapazitäten liegen heute noch bei nur vier großen Energieunternehmen.
• Durch den Zugriff auf selbst produzierten Strom anstatt der Beschaffung ausschließlich über den Großhandelsmarkt stärken Stadtwerke ihre Position im Wettbewerb.
• Im Vergleich zu älteren Kohlekraftwerken, die durch
neue Kraftwerke sukzessive ersetzt werden, reduzieren sich darüber hinaus die Treibhausgase deutlich. So produziert ein modernes Kraftwerk wie das hier im Bau befindliche ca. 27% weniger CO2 als ein Kraftwerk mit nur 30% Wirkungsgrad.
• Die Versorgungssicherheit am Standort Deutschland wird erhöht. Mittelfristig ersetzt das neue Kohlekraftwerk ältere Anlagen, die am Ende ihres Produktionszyklusses stehen und wenig effizient sind.

„Das neue Kohlekraftwerk leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zu mehr Wettbewerb in der Energieerzeugung in unserem Land. Der schrittweise Ersatz alter Kohlekraftwerke durch neue hocheffiziente Anlagen in Nordrhein-Westfalen kann bis 2020 zu Einsparungen von 30 Mio. Tonnen führen“, sagte Wirtschaftsministerin Christa Thoben. Zudem sei das Konzept Trianel richtungsweisend, da es vielen Stadtwerken den Einstieg in die Erzeugung ermögliche.

Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundes-umweltministerium: „Für Wirtschaft und Gesellschaft ist eine sichere und kostengünstige Energieversorgung elementar wichtig. Sie bildet die Basis für eine zukunftsorientierte Wirtschaft und Gesellschaft. Die kommunalen Kompetenzen in diesem Bereich müssen gestärkt und die CO2-Emissionen müssen gesenkt werden. Voraussetzung für faire Energiepreise ist ein funktionierender Wettbewerb in der Energieerzeugung. Neue Anbieter wie Trianel leisten hier einen unverzichtbaren Beitrag, um die bestehenden Strukturen aufzubrechen! Die Absenkung der CO2-Emissionen ist nur mit einem Bündel von Maßnahmen möglich: Wir müssen erneuerbare Energien ausbauen, die Energieeffizienz steigern und den Kohlekraftwerkpark erneuern. Neue Kraftwerke sind effizienter, stoßen daher weniger CO2 aus und sind mit den Klimaschutzzielen Deutschlands vereinbar."

Hans-Wilhelm Stodollick, Bürgermeister von Lünen, hob hervor: „Das Trianel Steinkohlekraftwerk schafft neue Arbeits- und Ausbildungsplätze, eine nachhaltige lokale Wertschöpfung und sichert eine umweltfreundliche, kommunale Energieversorgung“.

Sven Becker, Vorsitzender der Gesellschafter-versammlung der Trianel Power Kohlekraftwerk Lünen GmbH & Co. KG und Sprecher der Geschäftsführung der Trianel European Energy Trading GmbH, betonte den Mehrwert für die Gesellschafter. „Im Netzwerk von Trianel konnten wir durch die Bündelung von Interessen und mit vereinten Kräften ein derartiges Großprojekt realisieren, das sonst nicht möglich gewesen wäre. Damit sehen wir uns in unserem eingeschlagenen Weg bestätigt und kommen der Zielsetzung, Stadtwerke in ihrer Eigenständigkeit zu stärken, wieder ein Stück näher. Jeder Gesellschafter profitiert vom direkten Zugriff auf Erzeugungskapazitäten, das macht ihn flexibler und unabhängiger in der Gestaltung des Beschaffungsportfolios. Und wir fördern damit den Wettbewerb in der Stromerzeugung - ein ganz wichtiger Punkt angesichts der aktuellen Debatte um die Entwicklung der Strompreise“. Zusammen mit dem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Hamm-Uentrop und dem geplanten Windpark in der deutschen Nordsee schafft Trianel einen modernen, ausgewogenen und umweltgerechten Energie-Mix aus Kohle, Gas und regenerativen Energien.

Vorausgegangen war dem Spatenstich der von der Bezirksregierung in Arnsberg am 6. Mai 2008 erteilte Vorbescheid zu Errichtung und Betrieb eines Steinkohlekraftwerkes nach dem Bundes-Immissions-schutzgesetz am Standort Lünen. Der Bescheid, der auch die erste Teilgenehmigung zur Baufeldfreimachung enthält, bestätigt die Zulässigkeit des Steinkohlekraft-werkes in emissions- und immissionsschutz-rechtlicher Hinsicht sowie unter anderem aus naturschutzrecht-licher Sicht am geplanten Standort.

Zwei Tage später haben die Gesellschafter und Trianel dann einstimmig den Baubeschluss zur Errichtung und zum Betrieb der Anlage gefasst. Inzwischen liegt auch die 2. Teilgenehmigung der Bezirksregierung Arnsberg vor, die Gründungsmaßnahmen einschließlich der Erstellung der Fundamente für alle zu errichtenden Gebäude und sonstige Maßnahmen umfasst. Die Verträge zur Finanzierung des Fremdkapitals wurden inzwischen mit der WestLB AG abgeschlossen. Mit einem von der Siemens Power Generation geführten Konsortium wurde frühzeitig ein Vertrag zur Errichtung des Kohlekraftwerkes unterzeichnet und somit die erforderliche Kapazität gesichert. Durch die Vergabe von Aufträgen in Millionenhöhe an Lüner Unternehmen bzw. Unternehmen aus der Region wird die Wirtschaft vor Ort bedeutend gestärkt. Schließlich ist auch die technische Betriebsführung der Anlage durch den Abschluss eines Betriebsführungs- und Instandhaltungsvertrages mit der Fortum Service gesichert.

Die Zahl der Gesellschafter beträgt jetzt 31 Unternehmen:

  • Azienda Elettrica Ticinese (AET), Bellinzona (Schweiz)
  • Allgäuer Überlandwerk GmbH (AÜW), Kempten
  • ENNI Energie Wasser Niederrhein GmbH (ENNI), Moers
  • Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH, Bonn
  • Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH, Bochum (ewmr)
  • Energie- und Wasserversorgung Rheine GmbH, Rheine
  • enwor - energie & wasser vor Ort GmbH, Herzogenrath
  • Flensburger Förde Energiegesellschaft mbH, Flensburg
  • GWS Stadtwerke Hameln GmbH, Hameln
  • NVB Nordhorner Versorgungsbetriebe GmbH, Nordhorn
  • Regio Energie Solothurn, Solothurn (Schweiz)
  • Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation, Salzburg (Österreich)
  • Stadtwerke Dachau, Dachau
  • Stadtwerke Dinslaken GmbH, Dinslaken
  • Stadtwerke EVB Huntetal GmbH, Diepholz
  • Stadtwerke Georgsmarienhütte GmbH, Georgsmarienhütte
  • Stadtwerke Gronau GmbH, Gronau
  • Stadtwerke Jena-Pößneck GmbH, Jena
  • Stadtwerke Lengerich GmbH, Lengerich
  • Stadtwerke Lübeck GmbH, Lübeck
  • Stadtwerke Lünen GmbH, Lünen
  • Stadtwerke Osnabrück AG, Osnabrück
  • Stadtwerke Sindelfingen GmbH, Sindelfingen
  • Stadtwerke Soest GmbH, Soest
  • Stadtwerke Tuttlingen GmbH, Tuttlingen
  • Stadtwerke Verden GmbH, Verden
  • STAWAG Energie GmbH, Aachen
  • SWU Energie GmbH, Ulm
  • Teutoburger Energie Netzwerk e.G., Hagen a.T.W.
  • Trianel European Energy Trading GmbH, Aachen
  • Überlandwerk Fulda AG, Fulda.


Weitere Infos erhalten Sie unter der Rufnummer: 0234 / 960 - 1300.

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