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Stadtwerke Bochum

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25.10.2013

Ein Jahr Wärme aus Grubenwasser an der Zeche Robert Müser

Die Funktionsweise zur Wärmenutzung an der Zeche Robert Müser.
Die Funktionsweise zur Wärmenutzung an der Zeche Robert Müser.

Innovationsprojekt hat bislang rund 100 Tonnen Kohlendioxid vermieden

Rund ein Jahr ist es her, dass NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz den Startschuss zur Bochumer Wärmenutzung aus Grubenwasser gab. Heute werden an der stillgelegten Zeche Robert Müser in Bochum-Werne durch das Pilotprojekt bereits 18 Prozent des Gesamtwärmebedarfs der umliegenden Gebäude über die neuen Wärmepumpen erzeugt. Gegenüber einer konventionellen Wärmeerzeugung konnten die Stadtwerke Bochum im ersten Jahr rund 100 Tonnen Kohlendioxid vermeiden.

„Wir sehen der zweiten Heizperiode optimistisch entgegen“, erklärt Dietmar Spohn, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum. „Zwar gilt es das Zusammenspiel unserer neuen Anlagen mit der älteren Heiztechnik in den Schulen weiter zu optimieren, um eine optimale Betriebsweise zu erreichen. Dennoch hat das bisher in Deutschland einmalige Projekt zur Nutzung des Wärmepotenzials des Grubenwassers in dem vergangenen Jahr seine Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt.“

Ziel des Gemeinschaftsprojektes mit der RAG Aktiengesellschaft sei es auch, weitere Erfahrungswerte zu sammeln, um das gewonnene Know-how auf andere stillgelegte Zechen übertragen zu können, ergänzt Spohn.

Das Verfahren funktioniert wie folgt: Ein Wärmetauscher an der Schachtanlage überträgt die Wärme des aus 570 Metern Tiefe geförderten Grubenwassers an einen mit Wasser betriebenen Heizkreislauf. Das Grubenwasser weist einen erhöhten Salzgehalt auf. Über den Zwischenkreislauf wird nur die Wärme aus dem Grubenwasser übertragen.

Zurzeit werden die Willy-Brandt-Gesamtschule, die Von-Waldthausen-Grundschule und die angrenzende Hauptwache der Bochumer Feuerwehr über das Wärmevorkommen des Grubenwassers versorgt. Wärmepumpen und ein Blockheizkraftwerk unterstützen die neue Technik und können je nach Bedarf das Temperaturniveau für Schwimmbecken und Duschen auf bis zu 60 Grad und mehr anheben.

Jährlich pumpt die RAG am Schacht Arnold der Zeche Robert Müser rund 10 Millionen Kubikmeter Grubenwasser ab und leitet dieses in die Harpener Teiche ein, um das Volllaufen noch aktiver Bergstollen in der Region zu verhindern. Das Wärmepotenzial des Grubenwassers an der Zeche Robert Müser ist noch nicht ausgeschöpft. Sollten sich in Zukunft weitere Betriebe am Industriegebiet in Werne niederlassen, ist eine Anbindung nach Einschätzung der Stadtwerke durchaus möglich und wünschenswert, damit auch weitere Kunden von der umweltfreundlichen Wärme profitieren können.

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