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Stadtwerke Bochum

Online-Kundencenter

13.11.2012

Stadtwerke können Kosten der Energiewende abfedern jedoch nicht aufhalten

Bernd Wilmert, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum
Bernd Wilmert, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum


Staatliche Mehrbelastungen machen Strompreissenkung zunichte

In seiner Sitzung vom 13. November entschied der Aufsichtsrat der Stadtwerke Bochum die staatlichen Mehrbelastungen, die auf den Strompreis wirken, zu einem Teil an die Kunden weiterzugeben. Zum 1. Januar 2013 steigt der Preis je Kilowattstunde in den Angeboten StadtwerkeBasis, StadtwerkePlus, rewirpower best und rewirpower flex um 2,34 Cent netto bzw. 2,78 Cent brutto. Die weiteren Stromangebote sind ebenfalls von den gestiegenen Abgaben und Steuern betroffen und werden je nach Produktausprägung an das neue Preisniveau angepasst.

„Die staatlichen Belastungen am Strompreis für Haushaltskunden sind im Jahr 2012 durch steigende Kosten bei der Förderung Erneuerbarer Energien und beim Netzausbau bislang auf rund 70 Prozent gestiegen“, erklärt Bernd Wilmert, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum.

Der Großteil der Mehrbelastung ist auf die EEG-Umlage zurückzuführen, die um 1,685 Cent je Kilowattstunde (ct/kWh) netto zum 1. Januar 2013 erheblich ansteigt. Die EEG-Umlage ist ein gesetzlich festgelegtes Umlageverfahren, bei dem die Kosten zur Förderung regenerativer Energien auf alle Stromkunden in Deutschland umgelegt werden. Die Versorgungs-unternehmen profitieren von dieser Umlage nicht. „Ganz im Gegenteil“, erklärt Bernd Wilmert. „Die Beschaffungs-preise haben sich nach dem Preisanstieg im Rahmen des Atomunfalls von Fukushima in diesem Jahr wieder nach unten entwickelt. Die Stadtwerke Bochum konnten die vorteilhafte Beschaffungssituation nutzen und ihren Bezugspreis senken, so dass wir die Strompreise ohne die staatlichen Erhöhungen eigentlich sogar hätten senken wollen. Stattdessen verwenden wir diesen Kostenvorteil jetzt, um die gestiegenen Staatslasten wenigsten zu einem Teil zu kompensieren“, fügt Bernd Wilmert hinzu.

Stromkunden des StadtwerkeBasis-Tarifs, mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr, müssen ab dem 1. Januar 2013 mit einer monatlichen Mehrbelastung von bis zu 8,14 Euro einschließlich Mehrwertsteuer rechnen. Dies entspricht einer Steigerung von 10,73 Prozent.

Aktuell treibt insbesondere die gesetzlich garantierte Förderung der Erneuerbaren Energien die Strompreise nach oben. Der Großhandelsmarkt sowie Vertrieb und Service bestimmen den Strompreis der privaten Haushalte heute lediglich noch zu knapp einem Drittel. Der weitaus größere Teil, ca. zwei Drittel, sind staatliche Abgaben und von den Behörden regulierte Netzentgelte. Rund 70 Cent von jedem Euro, den Haushaltskunden für Strom zahlen müssen, sind derzeit schon nicht durch die Vertriebsunternehmen beeinflussbare Kosten.

Die Entwicklung der staatlichen und regulierten Preisbestandteile im Überblick:

  • Anstieg der EEG-Umlage um 1,685 ct/kWh (netto) auf 5,277 ct/kWh (netto), dies entspricht einer Erhöhung um 46,9 Prozent.
  • Anstieg des KWK-Satzes um 0,124 ct/kWh (netto) auf 0,126 ct/kWh (netto), dies entspricht einer Erhöhung um 6.200 Prozent.
  • Anstieg des Arbeitspreises der Netzentgelte um 0,35 ct/kWh (netto) auf 5,24 ct/kWh (netto), dies entspricht einer Erhöhung um 7,2 Prozent.
  • Anstieg der § 19 StromNEV-Umlage um 0,178 ct/kWh (netto) auf 0,329 ct/kWh (netto), dies entspricht einer Erhöhung um 117,9 Prozent.
  • Einführung der Offshore-Haftungsumlage in Höhe von 0,25 ct/kWh (netto).


In Summe liegt ein Kostenanstieg in Höhe von insgesamt 2,587 ct/kWh (netto) vor. „Viele Versorger geben diese Kosten eins zu eins an ihre Kunden weiter. Wir hingegen nutzen die Vorteile, die sich uns durch den optimierten Strombezug ergeben, um den Preisanstieg für unsere Kunden um 0,24 ct/kWh (netto) zu verringern“, so Wilmert. „Um ein Gefühl für die Dimension dieser 0,24 Cent zu bekommen, so kann ich sagen, dass dahinter ein Volumen von hochgerechnet rund 1,5 Millionen Euro steckt. Dadurch dass wir nur einen so geringen Teil des Strompreises beeinflussen können, ist es für uns kaum möglich noch größere Vorteile zu erzielen“, ergänzt Bernd Wilmert.

„Die Stadtwerke Bochum werden die Energiewende auch weiterhin als strategischer Partner aktiv mitgestalten. Wir halten den Ausbau der Erneuerbaren Energien für unumgänglich, jedoch muss ein neues Marktdesign geschaffen werden, um die Erneuerbaren erfolgreich in den Energiemarkt integrieren zu können. Um die Akzeptanz der Bevölkerung nicht zu verlieren, muss der Strom allerdings weiterhin bezahlbar bleiben. Hier ist die Politik gefragt, die den Großteil des Kostenblocks verantwortet“, fordert Bernd Wilmert.

Stadtwerke unterstützen mit Kunden- und Energieberatung vor Ort

Unter www.stadtwerke-bochum.de/energiesparen können sich alle Kunden über die verschiedenen Möglichkeiten, wie Energie sinnvoll eingespart werden kann, informieren. Die Stadtwerke-Energieberater stehen ebenfalls für persönliche Gespräche zur Verfügung. Im Kundencenter am Ostring 28 geben Kundenberater Auskunft über die verschiedenen Stromlieferverträge. Telefonisch können sich die Stadtwerke-Kunden unter der 0234/960-3636 beraten lassen. Ob Single oder Großfamilie – auf das individuelle Verbrauchsverhalten abgestimmt, finden die Stadtwerke-Berater für jeden Kunden ein attraktives Angebot. „Hat sich zum Beispiel das Verbrauchsverhalten in einem Haushalt geändert, weil Kinder ausgezogen sind o.ä., kann der Kunde mit einer Vertragsumstellung sparen. Nutzen Sie daher unsere kostenlosen Beratungsangebote“, rät Bernd Wilmert.

Die Geschäftszeiten der Stadtwerke sind montags bis mittwochs 7.45 bis 17.00 Uhr, donnerstags 7.45 bis 18.00 Uhr und freitags 7.45 bis 15.15 Uhr. Die telefonische Beratung ist von montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr erreichbar.

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