• Zur Weihnachtszeit bereit
    Die Stadtwerke sind auch an den Feiertagen unterwegs

Während die meisten Familien gemeinsame Zeit genießen, schön essen oder Geschenke auspacken, müssen andere Menschen arbeiten, damit alles läuft. Wir sagen danke und stellen stellvertretend drei von ihnen in diesem Text vor.

 

Es ist Heiligabend, kurz nach 15 Uhr. In Bochum-Wiemelhausen hängt eine herzförmige Lichterkette an der Haustür. Drinnen ist es still. Zwei Mädchen sitzen auf ihren Betten. Sie sind erst sechs und acht Jahre alt, aber sie mögen nicht spielen, weil sie so aufgeregt sind. In wenigen Minuten dürfen sie ins Wohnzimmer, wo ihre Eltern gerade den Tannenbaum schmücken. Weihnachten ist da.

Von wegen stille Nacht!

Christian Graf  ist Entstörer bei den Stadtwerken Bochum Netz – und deshalb auch an Heiligabend gefragt.

Auch Daniel Schlenkermann ist schon ein bisschen in Weihnachtsstimmung, obwohl er noch viele Kilometer von seiner Familie entfernt ist. Mit einem Lächeln setzt er den Blinker und fährt den Gelenkbus der Bogestra in die Bucht der nächsten Haltestelle. „Eigentlich ist es ganz schön, heute zu fahren“, sagt er, „weil die meisten Fahrgäste gute Laune haben.“ Am Vormittag war er mit seinem Sohn im Zoo. Das ist Tradition bei ihnen, wenn Papa Heiligabend arbeiten muss. „Die Bescherung machen wir dann etwas später, sobald ich Feierabend habe“, erzählt er. Für den 39-Jährigen ist es Routine, auch mal an Feiertagen oder am Wochenende zu arbeiten. Schlimm findet er das nicht, sein Sohn kennt es nicht anders, und seine Frau hat ebenfalls unregelmäßige Arbeitszeiten.

Daniel Schlenkermann, Busfahrer der BOGESTRA (Foto: Martin Leclaire)
Bus zur Bescherung

Daniel Schlenkermann ist Fahrer der BOGESTRA aus Leidenschaft – egal, an welchem Tag.

Wertschätzung der Fahrgäste

„Der Job als Busfahrer hat für mich auch viele Vorteile. Zum Beispiel kann ich mir dadurch unter der Woche auch mal Zeit für Hobbys, für Erledigungen und natürlich für meine Familie nehmen.“ Trotzdem freut er sich sehr, wenn die Fahrgäste zu schätzen wissen, dass er sie auch Heiligabend fährt. „Einmal hat mir ein Fahrgast an Weihnachten Pralinen geschenkt. Ich habe mich total gefreut – schon die Worte hätten gereicht!“

Inzwischen ist es später Nachmittag. An der Hörder Straße in Langendreer hat ein älteres Ehepaar gerade einen Parkplatz gefunden. Während der Mann eine große Wäschewanne mit Geschenken aus dem Kofferraum wuchtet, balanciert seine Frau einen gusseisernen Bräter auf dem Arm. „Wir haben wieder viel zu viel gekauft“, sagt sie zu ihrem Mann. Die beiden lächeln sich an. Erst vor ein paar Tagen haben sie erfahren, dass ihre Schwiegertochter erneut schwanger ist. Ihr schönstes Geschenk haben sie bereits bekommen.

BALANCEAKT IN DER PARKLÜCKE

Murphys Gesetz schlägt gern zu

Nur wenige Kilometer entfernt freut sich Christian Graf eigentlich auf die Weihnachtsgans, aber er hat ein ungutes Gefühl. „Das sind genau die Momente, in denen normalerweise das Telefon klingelt: wenn das Essen gerade fertig ist. Das ist Murphys Gesetz.“ Er grinst. Graf arbeitet beim Entstörungsdienst der Stadtwerke Bochum Netz. Alle fünf Wochen hat er eine Woche lang Bereitschaft, 24 Stunden am Tag. Sein Handy hat er dann immer dabei – wenn es klingelt, hat er nur 20 Minuten Zeit, um den Einsatzort zu erreichen. „Da kann man nicht erst in Ruhe aufessen“, sagt er. Ob und wann er raus muss, weiß er natürlich nicht. In letzter Minute noch etwas vorbereiten? Das ist für ihn undenkbar. Ein bisschen anstrengend sei die Bereitschaftswoche schon, gibt er zu. „Ich kann ja nicht mal mit meiner Familie spazieren gehen, weil ich dann zu weit vom Auto weg wäre, falls ich zu einer Störung fahren muss.“ Andererseits liebt er die Herausforderung, die Suche nach dem Fehler, die seinen Job so spannend macht. „Weihnachten ist der Druck natürlich größer. Die Kund*innen wollen immer eine Einschätzung hören, wie lange es dauert. Einen richtig langen Stromausfall habe ich Weihnachten glücklicherweise noch nicht erlebt.“

Christian Graf von den Stadtwerken hat Weihnachten Bereitschaft (Foto: Martin Leclaire)
Später Gast

Wenn Christian Graf bei Kund*innen klingelt, wird er meist sehnsüchtig erwartet.

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Weihnachtsmann in Wattenscheid

„HO! HO! HO!“ In Wattenscheid schwenkt der Weihnachtsmann ein paar zusammengebundene Äste über seinem Kopf, die wohl eine Rute sein sollen, und erntet damit ein Riesengelächter von den Erwachsenen, während seine Tochter aufstöhnt. Sie ist 15. „Och, Papa, nicht jedes Jahr denselben Scherz. Das ist doch peinlich!“ Der Weihnachtsmann grinst unter seinem Bart. Es ist das erste Mal, dass sie alle zusammen Weihnachten feiern, seine Tochter aus erster Ehe, seine neue Freundin und deren zwei erwachsene Kinder mit ihren Partner*innen. Und jetzt lächelt auch seine Tochter. Die anderen kennen den Weihnachtsmann-Auftritt ihres Vaters schließlich noch nicht.

Einige Stunden später, 8:09 Uhr am ersten Weihnachtsfeiertag. Auf den Straßen ist es noch ruhig. Wer nicht ausschläft, gönnt sich ein ausgiebiges Frühstück. Jens Stirnberg bereitet eins zu – für die Ziegen. Der 50-Jährige ist Abteilungsleiter der Zoologie im Tierpark in Bochum. Heiligabend haben die Mitarbeitenden früher Feierabend gemacht und den Tieren extragroße Portionen Futter und Spielzeug gegeben, um die Zeit zu überbrücken. Der erste und zweite Weihnachtstag sind für Stirnberg und seine Kolleg*innen aber normale Arbeitstage, an denen sie die Tiere füttern, Gehege reinigen und die technischen Anlagen checken.

EIN FRÜHSTÜCK FÜR DIE ZIEGEN

Jens Stirnberg, Abteilungsleiter Zoologie im Tierpark Bochum (Foto: Martin Leclaire)
Nix zu meckern

Jens Stirnberg füttert die Ziegen im Tierpark Bochum.

Überall in der Stadt sind Menschen im Einsatz

Gerade an den Feiertagen und Wochenenden ist der Tierpark geöffnet, damit die Besucher*innen mit ihren Familien kommen können. Und das ist noch nicht alles: Auch außerhalb der Öffnungszeiten kann es passieren, dass der 50-Jährige angerufen wird. „Man ist quasi immer im Dienst“, sagt er. „Mal ist etwas mit den Tieren oder mit den technischen Anlagen. Aber das weiß man, wenn man diesen Beruf wählt.“ Einmal musste er sogar Weihnachten spontan in den Zoo fahren – eine Ziege wurde geboren. Die haben die Mitarbeitenden dann Nikolaus genannt.

 

Zur gleichen Zeit machen die Mitarbeitenden der ambulanten Pflegedienste ihre Touren, Ärzt*innen hetzen über Krankenhausflure, Polizist*innen fahren Streife, damit nichts passiert, und die Feuerwehr hofft, dass es ruhig bleibt – Silvester werden die Kolleg*innen noch genug Stress haben. Auch die Rettungsdienste sind in Bereitschaft, Apotheker*innen warten im Notdienst darauf, ob Bürger*innen Medikamente brauchen. Schaffner*innen und Lokführer*innen sind früh aufgestanden, weil viele Menschen zur Verwandtschaft reisen wollen, und in den Restaurants bereiten sich die Mitarbeitenden auf den großen Weihnachtsansturm vor – ihnen allen ist es zu verdanken, dass wir in Ruhe feiern können. Und manche von ihnen bekommen dafür noch nicht einmal Geld. Sie betreuen ehrenamtlich Menschen, die sich alleine fühlen: Wir wünschen ihnen ein frohes Fest!

 

Erschienen im Kundenmagazin Meine Stadtwerke

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