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    Auf E-Bikes durchs Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet hat viel zu bieten – einiges ist trotz Einschränkungen möglich. Steffi und Christian erkunden mit ihren E-Bikes die Heimat. Vielleicht lassen sich die Tagestouren auch bald wieder mit tollen Übernachtungsmöglichkeiten verbinden?

 

Während Christian (38) prüft, ob seine Fahrradtasche richtig sitzt, wirft Steffi (33) einen letzten Blick auf ihre Karten-App. „Aus Bochum bis zum Halterner Stausee sind es nicht mal vierzig Kilometer“, sagt sie. „Mit unseren E-Bikes sollte das kein Problem sein. Super Wetter haben wir auch.“ Christian nickt und setzt den Rucksack auf. „Wasser, Sandwiches und Picknickdecke. Ich denke, wir haben alles, was wir für unseren Ausflug brauchen.“

Lautloses Reisen

Zwischen Wiesen, Wäldern und alten Bahntrassen – mit dem Rad lässt sich die eigene Heimat am besten erkunden.

Selten zuvor haben sich so viele Menschen aufs Rad geschwungen oder den Rucksack geschultert wie in Zeiten der Corona-Pandemie. Solange Übernachtungsmöglichkeiten eingeschränkt sind, sind Fahrradtouren und Wanderungen eine beliebte Alternative, um die Freizeit abwechslungsreicher zu gestalten. Sobald dies wieder möglich ist, stehen auch Jugendherbergen und Campingplätze für Kurztrips bereit. Bis dahin ist die Urlaubsplanung eine gute Methode der Überbrückung. Schließlich ist Vorfreude bekanntlich die schönste Freude.

Auf E-Bike-Tour im Ruhrgebiet (Foto: Martin Leclaire)
Wasserwelt

Super Ausflugsziel: Der Halterner Stausee ist nur rund 40 Kilometer von Bochum entfernt.

WLAN ohne Funklöcher

 

Der große Vorteil bei Ausflügen in die Region: Einmal die Schuhe geschnürt, kann es direkt losgehen. Und das Ruhrgebiet hat einiges zu bieten: Zechen, Talsperren, Schlösser, Wälder, herrliche Naturschutzgebiete und viele gut ausgebaute Radwege. Die lassen sich mit den E-Bikes gut bewältigen. Für Steffi gibt es noch ein weiteres wichtiges Argument: „Ich habe echt ein besseres Gewissen, dass wir das Auto stehen gelassen haben“, sagt sie, als Christian neben ihr auf einem Waldweg hält. „Ja, die Luft ist so gut“, sagt er und zeigt auf eine Lichtung, übersät mit blühenden Krokussen. „Außerdem hätten wir so einen schönen Rastplatz mit dem Auto wohl nicht gefunden.“

 

„Hast du eben das Wasser durch die Bäume glitzern sehen?“, fragt Steffi, als die beiden schon nach knapp zwei Stunden am Stausee angekommen sind. An einer kleinen Bucht stellen sie die Fahrräder ab, setzen sich auf einen Steg, lassen die Beine über dem Wasser baumeln und genießen die Aussicht. „Wow, hier ist es wirklich schön“, findet Christian. Steffi holt ihre Karten-App heraus. „Guck mal. Gleich kommen wir an einer Jugendherberge vorbei. Ist das nicht die mit den kleinen schwedischen Holzhütten und der Kletterwand?“ „Genau, da waren wir doch mal mit Jens und Nina“, sagt Christian. Die beiden sind große Fans von Jugendherbergen und kennen die meisten in ihrer Region von innen – wer glaubt, in Jugendherbergen gäbe es nur Hagebuttentee und Stockbetten, sollte nach Corona mal wieder einen Besuch wagen. Hier hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan.

Lauwarmer HAGEBUTTENTEE WAR GESTERN

Holzbungalows statt Stockbetten

Die „Jugendherberge Haltern am See“ beispielsweise ist ein moderner Komplex, inmitten des Naturparks Hohe Mark, direkt am Halterner Stausee. Neben dem großen Spielplatz gehören ein Kunstrasenplatz, ein Beachvolleyballfeld, eine Kletterwand und mehrere Lagerfeuer- und Grillplätze zur Anlage. Auf Ausflügler wartet ein breites Übernachtungsangebot – etwa gemütliche Holzbungalows mit Terrasse. Sie sind perfekt für Paare geeignet. Mittlerweile gehören zu dem Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) etwa 450 Unterkünfte. Eine Nacht kostet im Durchschnitt zwischen 20 und 30 Euro und ist damit eine preiswerte Alternative zum Hotel. Entgegen eines weitverbreiteten Irrglaubens dürfen hier nicht nur Jugendliche, sondern Menschen jeder Altersgruppe übernachten. Die einzige Voraussetzung ist die Mitgliedschaft beim DJH. Diese kann jedoch schnell und unkompliziert vor Ort beantragt werden und kostet jährlich zwischen sieben und 22,50 Euro (abhängig vom Alter).

Auf E-Bike-Tour im Ruhrgebiet (Foto: Martin Leclaire)
Rast im Grünen

Camping ist im Ruhrgebiet an vielen Orten möglich – wenn auch erst wieder nach Corona.

Nächste Station: Borkenberge

Nachdem Steffi und Christian schon das erste Sandwich verdrückt haben, springt Steffi auf. „Startklar für unsere nächste Etappe?“, fragt sie. „Klaro, bis in die Borkenberge sind es ja nur 20 Minuten mit unseren E-Bikes.“ Der ehemalige Truppenübungsplatz Borkenberge gehört mit seinen Heiden, Sandtrockenrasen und Mooren zu den artenreichsten Naturlandschaften Nordrhein-Westfalens. Steffi und Christian wollen hier die Natur erkunden und eine kleine Wanderung machen. Nur wenige Menschen sind auf ihrer Route unterwegs, dafür sehen sie aber einige Rehe direkt vor sich auf dem Weg, einen Moorfrosch und viele seltene Vogelarten, wie die Uferschnepfe. „Kaum zu glauben, dass wir mitten im Ruhrgebiet sind“, sagt Christian. Zurück bei ihren Rädern schaut Steffi auf die Uhr. „Jetzt sollten wir uns langsam auf den Heimweg machen, wir haben immerhin noch zwei Stunden Fahrt vor uns.“

Bochum sauber unterwegs

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Die nächsten Touren schon geplant

Kurz nachdem sich die beiden wieder auf die Fahrräder gesetzt haben, bremst Christian vor einem modernen Holzhaus plötzlich ab. Davor steht ein Schild „Campingplatz Naturpott Borkenberge“. „Hier habe ich früher schon mal mit den Jungs gezeltet, als wir den Kanukurs gemacht haben. Den sollten wir uns merken. Von hier aus ist man schnell am See und im Naturschutzgebiet.“

 

Wieder zu Hause angekommen, sagt Steffi: „Ich habe den Campingplatz Naturpott Borkenberge gerade im Internet gefunden. Ein Zeltplatz für zwei Erwachsene kostet dort etwa 30 Euro. Das Badehaus sieht chic aus. Ich habe eine Idee“, sagt sie. „Lass uns etwas beim Italiener bestellen und dann schon mal ein paar Touren planen. Irgendwann macht ja alles wieder auf!“ „Guter Plan“, sagt Christian. „Was hältst du zum Beispiel von Radwandern entlang der Ruhr mit einer Übernachtung im Heuhotel?“ Steffi strahlt: „Super, das klingt nach Abenteuer! Und bis dahin suchen wir uns noch mehr Ziele in der Nähe aus. Wandern will ich nämlich auch ausprobieren. Das aber mit leichtem Gepäck!“  

 

Erschienen im Kundenmagazin Meine Stadtwerke 1/21

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