• Wir packen an
    Hilfe der Stadtwerke für Bad Münstereifel

Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands hat im Juli 2021 große Teile der Infrastruktur zerstört. Die Stadtwerke Bochum halfen in Bad Münstereifel beim Wiederaufbau.

Kaputte Schränke, Tische, Stühle und Matratzen stapeln sich am Straßenrand, und alles ist voll Schlamm. Die schönen Fachwerkhäuser sind zum Teil so stark unterspült, dass man Angst hat, sie könnten kippen oder zusammenbrechen, während der Putz von den feuchten Fassaden bröckelt. Mit Schubkarren versuchen die Menschen, den Schutt aus ihrer Stadt zu schaffen – dieses Bild bot sich Benjamin Bösader, als er nach der Flutkatastrophe in Bad Münstereifel war. „Es war richtig schlimm“, erzählt er. „Und mitten durch die Stadt schlängelte sich unscheinbar die Erft. Ich war wirklich fassungslos.“ Eines machte ihm aber ein gutes Gefühl: Der Rohrnetzmeister der Stadtwerke Bochum war gekommen, um zu helfen. Zusammen mit seinen drei Kollegen ist er im Ahrtal gewesen und hat die dortigen Fachleute rechtzeitig vorm Winter dabei unterstützt, dass die Anwohner*innen wieder heizen können.

Einsatz in der Erft

Ein Bagger der Stadtwerke Bochum arbeitet im Fluss, dessen Ufer völlig verwüstet sind.

Zwischen Schutt und Zeitdruck

Viele freiwillige Helfer*innen sind in die betroffenen Regionen gefahren, um Steine zu schleppen und Schlamm zu schaufeln. Doch beschädigte Leitungen können nur Fachleute austauschen. Dafür brauchte der Regionalversorger e.regio dringend Unterstützung. „Alle Firmen in der Region waren rettungslos überlastet“, sagt Bösader. Er fuhr zunächst allein nach Bad Münstereifel, um sich ein Bild zu machen und die anstehenden Arbeiten zu besprechen. Dann brachte er sein Team mit.

Stadtwerke Bochum verlegen Gasleitung in Bad Münstereifel (Foto: Stadtwerke Bochum)
Meter für Meter

Die Leitungen müssen in einer festgelegten Reihenfolge in die Erde. Viel Absprache mit anderen Helfern war nötig.

Am liebsten wären die Fachleute direkt mehrere Wochen vor Ort geblieben, damit alles schnell fertig wird, aber das war nicht möglich. Bösader erklärt: „Die Straßendecken waren von der Flutkatastrophe zerstört, und die Leitungen lagen offen. Alles war bedeckt von Schutt und Pflastersteinen. Die Leitungen mussten daher von Helfenden erst mühsam freigelegt werden, bevor wir anfangen konnten.“ Und nicht nur das: Die Stadtwerke Bochum haben die Gasleitungen erneuert, aber auch die Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser mussten ausgetauscht werden, und zwar in einer festgelegten Reihenfolge, damit sie korrekt neben- beziehungsweise übereinander liegen. „Die Koordination der Arbeiten war für die Verantwortlichen vor Ort eine echte Mammutaufgabe“, weiß Bösader. Sein Team steht daher fast auf Abruf bereit. „Sobald wieder ein Stück Leitungen ausgetauscht werden kann, wären wir bereit, nochmals runterzufahren und anzupacken.“

Koordination als zentrale mammutaufgabe

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Arbeiten auf engstem Raum

Leicht war die Arbeit in der zerstörten Altstadt nicht. Hinzu kam der Platzmangel. Die Rohrleitungsbauer mussten in den engen Gassen mit Gasleitungen rangieren, die einen Durchmesser von 25 Zentimetern hatten – und das alles unter Zeitdruck. „Die ersten kühlen Tage kamen, und ohne Gas konnten die Bewohner*innen ja nicht heizen“, sagt Bösader. Beholfen haben sich die Experten zum Teil mit überirdisch verlegten Leitungen, die übergangsweise Gas in die Häuser brachten und nach und nach ausgetauscht wurden.

Alles hat gut geklappt, und das lag auch an der Stimmung, glaubt Bösader. „Die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen vor Ort ist toll gelaufen. Die sind geradeaus und bodenständig – wir haben schnell gemerkt, dass wir die gleiche Sprache sprechen.“ Er ist froh, dass er und sein Team die Möglichkeit hatten, die Menschen im Ahrtal nach der Flutkatastrophe zu unterstützen.

 

Erschienen im Kundenmagazin Meine Stadtwerke

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