22.07.2022
Berge aus Geschenkpapier, jede Menge Plastikdeko und ein Weihnachtsbaum frisch aus der überdüngten Monokultur-Plantage – Weihnachten kann mit viel Materialverbrauch verbunden sein. Hier einige Tipps, wie es besser geht.
Wie grün sind deine Blätter?" – das ist nicht nur eine Frage, die in einem der bekanntesten und beliebtesten deutschen Weihnachtslieder, „O Tannenbaum“, vorkommt. Es ist eine Frage, die sich viele von uns vor dem Fest der Feste stellen. Denn weil Weihnachten in den vergangenen Jahrzehnten sehr kommerzielle Auswüchse entwickelt hat, stellen sich mehr Menschen als je zuvor die Frage, wie man es bewusster und mit geringerem Ressourcenverbrauch gestalten kann. Mit unseren Tipps gelingt das bestimmt!
Online-Shoppen boomt und eine Recherche des WDR zeigte 2018, dass das Einkaufen per Klick je nach Produkt sogar mit geringeren CO₂-Emissionen verbunden sein kann. Denn Berechnungen des Öko-Instituts machten deutlich, dass etwa bei einem Onlinekauf von Schuhen weniger CO₂ anfällt als bei einer Shoppingtour in die City. Das hat damit zu tun, dass Warenlager und Versand in diesem Fall weniger Energie benötigen können als ein großes, dauerhaft beheiztes Schuhgeschäft in der Stadt. Wer dann noch mit dem Auto in die City fährt, verschlechtert seine CO₂-Bilanz zusätzlich. Doch ganz so einfach ist es mit der Bilanz nicht: Denn sobald online bestellt wird, fällt viel Verpackungsmaterial an. Und wer die Ware wieder zurückschickt, kann die CO₂-Bilanz deutlich verschlechtern, das Abfallaufkommen erhöhen und den möglichen Vorteil des Onlinekaufs wieder aufheben. Denn oft wird Retourenware nicht erneut verkauft, sondern entsorgt.
Was also hilft wirklich? Erstens: Ziehen Sie regionale Produkte vor. Zweitens: Unterstützen Sie den lokalen Handel, sonst veröden die Innenstädte. Und drittens: Sollten Sie online nach Geschenken suchen, nutzen Sie doch dazu mal eine grüne Suchmaschine wie zum Beispiel Ecosia.com.
Nicht immer muss es buntes Geschenkpapier sein – Packpapier tut's auch!
Die Bescherung ist vorbei und das Wohnzimmer sieht aus wie ein Schlachtfeld: das aufgerissene Geschenkpapier, noch schnell vorher gekauft, liegt verteilt auf dem Boden. Dazu Plastikschleifen, Tesafilmreste – jede Menge Müll, der nicht immer einfach zu recyceln ist. Geht auch anders: Nutzen Sie zum Beispiel schlichtes Packpapier, das können Sie noch individuell kreativ bemalen. Denn Papier ist in der Herstellung besonders energieintensiv. Laut Umweltbundesamt verbraucht eine Tonne Papier genauso viel Energie wie eine Tonne Stahl. Recyceltes Papier verbraucht immerhin nur halb so viel Energie und ein Drittel weniger Wasser als normales Papier. Besser ist es also, wenn Sie Geschenktüten kaufen, die man oft wiederverwenden kann. Auch altes Zeitungspapier lässt sich noch dekorativ als Geschenkverpackung nutzen. Oder Sie verzichten am besten ganz auf Papier und nutzen Geschenksäckchen aus Stoff. Und vielleicht muss das Plastik-Geschenkband doch nicht sein.
Laut Einzelhandel werden pro Jahr etwas mehr als 28 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland verkauft. Viele davon stammen aus intensiv bewirtschafteten Kulturen und landen nach dem Fest auf dem Müll. Eine Alternative kann ein Baum aus der Region mit Wurzeln sein, der später eventuell im eigenen Garten eingepflanzt werden kann. Oder Sie achten darauf, einen Baum mit einem anerkannten Siegel wie FSC, Demeter oder Naturland zu kaufen. Diese Exemplare werden nach den jeweiligen Standards angebaut. So kann beim Kauf auch auf Anbauweise und Herkunft geachtet werden.
Wählen Sie ein Weihnachtsbäumchen, das seine Wurzeln noch besitzt, können Sie es später im Garten einpflanzen.
Was wäre Weihnachten ohne stimmungsvolle Beleuchtung? Ohne das Blinken und Leuchten überall wäre die dunkle Jahreszeit ja noch trister. Aber manche Deko-Lichter sind wahre Energiefresser. Wie wäre es, wenn Sie ihren Baum mit Kerzen aus Bienenwachs schmücken, die Sie dann für eine gewisse Zeit anzünden. Der Vorteil: Das verbraucht keinen Strom und sie inszenieren diesen Kerzen-Moment ganz bewusst. Wenn Sie aus Sicherheitsgründen lieber eine Lichterkette nutzen möchten, dann greifen Sie auf LED-Lichter mit geringem Stromverbrauch zurück. Und: Verwenden Sie eine Zeitschaltuhr, so ist sichergestellt, dass nachts nichts Strom verbraucht, was eh keiner sieht. Sie möchten es sicher und zugleich mit möglichst wenig Stromverbrauch funkeln lassen? Hier geht es zu unseren Tipps für die Weihnachtsbeleuchtung.
Beim Weihnachtsessen scheiden sich die Geister. Fisch? Fleisch? Würstchen mit Kartoffelsalat? Zu welcher Fraktion Sie auch gehören, sollte bei Ihnen ein Tier auf den Teller kommen, dann können Sie auf Folgendes achten, um bewusster einzukaufen: Kaufen Sie Gänse besser in der etwas teureren Bio-Variante. Denn die preiswerten stammen oft aus dem Ausland, sind voll mit Medikamenten und wurden unter Zwangsernährung gemästet. Wer Fisch serviert, ist mit heimischem Karpfen oder einer europäischen Forelle gut beraten – hier auf das MSC-Siegel achten. Wer auf einen deftigen Braten setzt, sollte ebenfalls auf Bio-Qualität achten.
Fleisch ist zwar generell teuer geworden – doch am Festessen möchten viele Menschen nicht sparen.
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