09.10.2026
Wie lassen sich in Bochum Gebäude künftig wirtschaftlich mit Wärme versorgen und dabei CO2-Emissionen senken? Das zeigt jetzt die kommunale Wärmeplanung der Stadt. Eine zentrale Rolle spielen dabei Fernwärme und Wärmepumpen.
Die Heizung läuft, die Räume sind warm – doch wie lässt sich das künftig mit weniger CO2 -Ausstoß erreichen? Damit die Wärmewende in Deutschland gelingt, braucht es Veränderungen in der Wärmeversorgung. Wie das sinnvoll gehen kann, zeigt die gesetzlich vorgeschriebene kommunale Wärmeplanung. In ihr müssen Städte und Gemeinden analysieren, welche Möglichkeiten für ihr Gebiet technisch und wirtschaftlich infrage kommen.
Für Bochum liegt die endgültige Fassung jetzt auf dem Tisch. Die Stadt hat sie gemeinsam mit den Stadtwerken Bochum und der lokalen Wohnungswirtschaft erarbeitet. Sie listet auf, welche Heizmöglichkeiten in den verschiedenen Stadtgebieten bestehen. „Vereinfacht gesagt teilt der Wärmeplan das Bochumer Stadtgebiet in zwei gleichwertige Versorgungsbereiche: ein Fernwärme-Versorgungsgebiet mit Bestands-, Eignungs- und Prüfgebieten sowie ein dezentrales Versorgungsgebiet, in dem individuelle Lösungen – insbesondere Wärmepumpen – im Mittelpunkt stehen“, sagt Hartmut Conrad, Leiter Vertrieb Wärme bei den Stadtwerken Bochum. Wo genau Fernwärme möglich ist, bildet die interaktive Fernwärmekarte der Stadtwerke Bochum ab. Zugleich zeigt sie, wo eher individuelle Lösungen gefragt sind.
Für Bochum eignen sich laut Wärmeplanung vor allem diese Heizarten:
Die kommunale Wärmeplanung ist aber nicht verpflichtend. Sie schreibt niemandem vor, wie er künftig heizen muss. Wer jedoch ein neues Heizsystem plant oder ein Gebäude modernisiert, sollte sie als Orientierungshilfe nutzen. „So kann er besser einschätzen, welche Wärmelösung in seinem Gebäude wirtschaftlich ist und langfristig passt“, erklärt Conrad.
Gut aufgestellt mit Fernwärme: Hartmut Conrad (links) im Gespräch mit Petra Funke und Dainel Krause, Geschäftsführung der Vinzenz Gruppe in Bochum.
Die Stadtwerke verfolgen bei der Wärmeplanung von morgen ein ehrgeiziges Programm: „Wir planen, die Fernwärme Schritt für Schritt auf erneuerbare Quellen umzustellen. Unser Ziel ist eine CO2-neutrale Fernwärme bis 2045, die künftig zudem regional erzeugt wird“, erklärt Conrad. Ein wichtiger Baustein dafür ist die Großwärmepumpe am Klärwerk Ölbachtal. Sie soll ab 2030 Wärme aus gereinigtem Abwasser gewinnen und in das Fernwärmenetz einspeisen. Auch Grubenwasser möchten die Stadtwerke künftig stärker als Wärmequelle nutzen.
Und was ist mit Gas- und Ölheizungen? Nach den aktuellen gesetzlichen Regelungen dürfen sie grundsätzlich weiterhin eingebaut werden. Das erscheint zunächst als eine einfache Lösung. Doch wer heute in eine neue Wärmeversorgung investiere, solle nicht nur auf die aktuelle Situation schauen, gibt Conrad zu bedenken. „Es geht auch darum, welche Heizung in Zukunft wirtschaftlich und technisch sinnvoll bleibt.“
Bei fossilen Energien können sich die Kosten durch steigende CO2-Preise und internationale Krisen verändern. „Das sieht bei nichtfossilen Heizlösungen anders aus. Außerdem macht es volkswirtschaftlich keinen Sinn, in einem Gebiet parallel zwei Infrastrukturen für Wärme zu betreiben. In den Fernwärme-Gebieten könnten deshalb perspektivisch auch Erdgasnetze stillgelegt werden.“ Aus Sicht des Fachmanns ist daher klar: Fernwärme sowie Wärmepumpen können langfristige Perspektiven bieten – und unter bestimmten Voraussetzungen förderfähig sein. Und so setzt auch die Bochumer Wohnungswirtschaft auf Fernwärme: Gemeinsam mit den Stadtwerken will sie überall dort, wo Fernwärmeleitungen liegen, ihre Gebäude daran anschließen.
Alle, die ebenfalls über die Umstellung ihrer Wärmeversorgung nachdenken, können sich jederzeit an die Stadtwerke wenden. Hartmut Conrad und sein Team beraten Sie gern, welche Lösung zu Ihrem Gebäude passt. So bleibt es auch künftig warm, ohne dass Sie dabei unnötig Geld verheizen.
Ihr Ansprechpartner:
Hartmut Conrad
Tel.: 0234 960-1730
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