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Stadtwerke Bochum

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Radtouren mit
Energie

Die Energiepfade der Stadtwerke

Energiepfad Bochum-Wattenscheid

Streckenlänge: 29,4 Kilometer - Reine Fahrzeit: etwa 3 Stunden

Energiepfad Wattenscheid

Was wird geboten?

Im einst ersten Baumarkt des Ruhrgebietes erzeugt man Strom und Wärme gleichzeitig. Ein durchsaniertes Wohnhaus probiert, wie sich Sonnenwärme und Holzpellets als Heizungs-Duo machen. Bei einem Betriebsdach stehen am selben Platz drei verschiedene Solarstromanlagen in Konkurrenz. Und konstante Erdwärme aus 76 Metern Tiefe hilft mit, eine ältere Villa wieder behaglich herzurichten. Wattenscheid hat manches nicht: kein Wasserkraftwerk, keine Grubengas-Verwertung, kein Großwindrad. Dafür findet man in diesem Stadtbezirk etliche Kleinode mit Seltenheitswert. Es sind elf Stationspunkte, die der „Energiepfad Wattenscheid“ wie Perlen auf die Schnur reiht.

Ein Rundkurs hat den Vorteil, überall losradeln zu können - egal, in welche Richtung. Als Startpunkt schlagen wir dennoch die Kreuzung Lyrenstraße / Marienstraße / Lohrheidestraße vor. Sie ist auch gut per Straßenbahn erreichbar - unter Rad-Mitnahme. Denn diese Energie-Tour ist mit 29,4 Kilometern Streckenlänge ein wenig länger als üblich ausgefallen. Dennoch muss man sie nicht „in einem Rutsch“ bewältigen.

Bis zum ersten Etappenziel ist es nicht weit. Gerade 100 Meter weiter hat die Wattenscheider Tafel ihr Zuhause und die alte Ölheizung gegen ein Blockheizkraftwerk getauscht. In der Günnigfelder Kirchstraße zeigt eine Familie, wie man mit einer Solarstromanlage besonders gute ökonomische Ergebnisse erzielt: indem man möglichst viele der erzeugten Kilowattstunden selbst verbraucht. Weiter geht es zum Stadtgarten, wo eine alte Villa durch fachgerechte Sanierung und das Anzapfen von Erdwärme zu einem Vorzeigeobjekt wurde.

Geht das eigentlich, zwei verschiedene erneuerbare Wärme-Energien miteinander zu kombinieren? In der Heribertistraße hat eine Familie bei der energetischen Modernisierung „das Beste aus zwei Welten“ genutzt: Solarwärme vom Dach ergänzt Pelletsfeuer aus Restholz - oder umgekehrt. In der Gewerbestraße verfügt das Holzbau-Unternehmen Delseith dagegen nicht nur über reichlich Dachflächen, sondern darauf auch mittlerweile über drei verschiedene Solarstromanlagen: Sie laufen nebeneinander unter identischen Bedingungen - und generieren interessante Bewertungen, welcher Typ wie seine Stärken präsentieren kann.

Es folgt eine kleine Tour-Zäsur. Denn es gilt, bis zur nächsten Station das trennende Thyssen-Krupp-Gelände zum umradeln. Die Strecke führt über die Erzbahntrasse, kleine Nebenstraßen und Grüngebiete zum Vereinsheim der Tennisgemeinschaft 1949, wo man aus Gas sehr energieeffizient Wärme und Strom gewinnt. Zwischendurch werden mit der Jahrhunderthalle und dem ZEL-Betriebsgelände zwei weitere interessante Stationen aus dem „Energiepfad Mitte“ tangiert, deren Besuch sich ebenfalls lohnt.

Am Wattenscheider Hellweg hat ein Architekt ein Wohnhaus mit einer Solarwärme-Anlage aufgerüstet. Sie erlaubt deshalb einen echten „Vorher-Nachher-Vergleich“, weil der Bauherr über ein weiteres identisches Wohngebäude verfügt, das konventionell versorgt wird. Über die Unterschiede - und die Einsparergebnisse - gibt er gern Auskunft. Weiter westlich arbeiten auf den Dächern des Gartencenters Schley mehrere Solarstromanlagen, die für längere Zeit die größten in ganz Bochum gewesen sind. Gleich in der Nähe eröffnet das Heimatmuseum Helfs Hof einen Blick in die Wattenscheider Vergangenheit und zeigt unter anderem, wie man in früheren Jahrhunderten kochte und heizte.

Durch grüne Felder geht es anschließend wieder nach Norden: Nach der Überquerung der A 40 sind es nur noch ein paar kleine Straßen bis zur Evangelischen Kirchengemeinde Leithe, wo man die Bewahrung der Schöpfung nicht nur predigt. Kirchliches Umweltmanagement hat zum Bau einer Solaranlage, eines Blockheizkraftwerkes … und zu 40 Prozent Energieeinsparung geführt. Die Erweiterung der Fotovoltaik-Installation ist bereits in Planung. In der Schlussetappe verlassen wir einmal kurz Wattenscheid, um von der „Himmelstreppe“ auf der Rheinelbe-Halde einen lohnenden und reichhaltigen Blick auf die „Energieregion Mittleres Ruhrgebiet“ zu werfen. Danach geht’s durch das Naherholungsgebiet wieder zum Ausgangspunkt.

Der Stadtbezirk Wattenscheid ist durchaus kein reines „Flachland“: Zwischendurch gibt es immer wieder kleinere Anstiege, aber auch Gefällestrecken, die eine Tretpause ermöglichen. Insgesamt stellt die Tour jedoch auch weniger geübte Radler nicht vor große Konditionsprobleme. Die reine Fahrstrecke ist in gut drei Stunden zu bewältigen. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass man unterwegs gern hier und dort anhält, um ausgiebig „ins Land“ zu schauen.

Energiepfad Wattenscheid

Die Energiepunkte im Einzelnen

A. Wattenscheider Tafel, Laubenstraße 19

Wattenscheider Tafel, Laubenstraße 19

Sie ist eine für Bochum unverzichtbare Einrichtung: Die Wattenscheider Tafel versorgt nicht nur sozial schwache Menschen mit gespendeten Lebensmitteln, gibt Deutsch-Unterricht, veranstaltet Integrationskurse und Schneider-Lehrgänge. Seit 2009 produziert sie auch elektrische Energie für das Bochumer Netz. Der Strom ist ein Auskoppelungsprodukt aus einer Heizungsumstellung. Bis dahin wurden nämlich die ehemaligen Hallen des ersten Ruhrgebiets-Baumarktes Groß in der Laubenstraße mit Öl beheizt, das nötige Warmwasser über Durchlauferhitzer bereitet. Über den Bochumer Unternehmensstammtisch kam die Tafel mit dem Heizungs- und Sanitärbetrieb Philipps in Kontakt. Und der rechnete dem Vorstand vor, dass sich ein Blockheizkraftwerk durchaus lohnen würde. Für die Montage opferten die beteiligten Fach-Mitarbeiter sogar je einen Urlaubstag. Nun hat in inzwischen vier Hallen und umfangreichen Kellergeschossen umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung Einzug gehalten. Die reinen Kosten hätten sich seitdem zwar kaum verändert, hat Tafel-Vorsitzender Manfred Baasner durchgerechnet. Aber durch die Stromeinspeisung flössen jährlich immerhin etwa 3- bis 4.000 Euro zurück. Und die Luft sei im Vergleich zum vorherigen Öl-Betrieb deutlich besser geworden: „Das allein ist ja schon wieder ein Gewinn.“

Art der Anlage: Blockheizkraftwerk
Baujahr der Anlage: 2009
Installierte Leistung: 5,5 kW elektrisch, 12,5 kW thermisch
Erzeugte Strommenge/Jahr: 13.000 kWh
Investitionssumme: 36.000 €
Ansprechpartner: Manfred Baasner
E-Mail: info@wattenscheider-tafel.de

B. Wohnhaus Herbers (Solarstrom mit Eigenverbrauchsanteil)

Wohnhaus Herbers, Kirchstraße 23c

Solaranlagen, die Strom aus Sonnenlicht erzeugen, zählt man in Bochum zu Hunderten. Unter deren Betreibern gibt es jedoch noch wenige, die diese Energie auch direkt selbst nutzen. Dazu zählt seit zwei Jahren die Familie Herbers. Die hatte sich aus ökologischen und ökonomischen Gründen für eine Fotovoltaikanlage auf dem Reihenhausdach entschieden. Doch erst der installierende Elektriker fragte: „Wollen Sie den Strom auch selbst nutzen?“ Eine gute Überlegung, befand Thomas Herbers. Denn jede Kilowattstunde, die das Haus erst gar nicht verlässt, bringt neben dem ersparten Strombezugspreis auch eine Extra-Vergütung nach dem EEG. Man will damit den Umstand belohnen, dass Selbstverbraucher so die örtlichen Verteilnetze entlasten. Nach den aktuellen Sätzen (Frühjahr 2012) sind das für Ökostrom etwa 20 Cent netto Ersparnis plus 8,05 Cent EEG-Vergütung - in der Summe also mehr als die Einspeisevergütung von 24,43 Cent. Klar, dass in der Kirchstraße 23c größere Stromverbraucher wie Wasch- oder Spülmaschine besonders dann angeworfen werden, wenn die Sonne am Himmel strahlt. Allgemein rechnet man mit einem Strom-Selbstverbrauch von 30 Prozent - die vierköpfige Familie Herbers schafft übers Jahr sogar fast 50 Prozent der erzeugten Solarenergie-Leistung. Und: je höher der Strompreis in den kommenden Jahren klettert, desto höher ist der Gewinn fürs Familienbudget.

Art der Anlage: Solarstrom-Erzeugungsanlage mit Selbstverbrauch
Baujahr der Anlage: 2010
Installierte Leistung: 4,5 kW
Erzeugte Strommenge/Jahr: 4.500 kWh (Selbstverbrauch: etwa 2.200 kWh)
Investitionssumme: 12.000 €
Ansprechpartner: Thomas Herbers
E-Mail: thomas.herbers@unitybox.de

C. Wohnhaus Tönshoff (Geothermie)

Wohnhaus Tönshoff, Parkstraße 28

Solch einen umfassenden Umbau muss man auch erst einmal wagen. In den 20er Jahren des alten Jahrhunderts am Stadtgarten gebaut, war das Haus der Familie Tönshoff auch energetisch „in die Jahre“ gekommen. Also entschloss man sich 2007 zu einer grundlegenden Sanierung mit neuen Geschossdecken, Dach- und Fassadendämmung. Für die Heizung hatte der Energieberater Christian Makowka ein spezielles Konzept vorgeschlagen: Statt weiterhin einen fossilen Brennstoff zu nutzen, brachte eine Fachfirma vier Bohrungen von je 76 Metern im Vorgarten nieder, in die Erdwärmesonden eingelassen wurden. Die ständig konstante Bodentemperatur von etwa 12 Grad Celsius wird seitdem über eine elektrische Wärmepumpe in angenehme Temperaturen für Raumheizung und Duschwasser umgewandelt. „Unsere Bekannten waren anfangs eher skeptisch“, berichtet Friedhelm Tönshoff, „aber inzwischen konnte sich jeder überzeugen, dass es auch im knackigen Winter bei uns immer angenehm warm ist.“ Sein Tipp: Weil eine geothermische Heizung zum Hochlauf länger als die konventionelle braucht, sei man gut beraten, die Raumtemperatur ebenfalls konstant zu halten. Der frühere Betriebswirt hat aber auch den Kostenrechner im Auge: „Wir haben jetzt in beiden Wohnungen mit zusammen etwa 290 Quadratmeter Fläche monatliche Stromkosten von jeweils 70 Euro für Heizung und Duschwasser. Das sind fürs Jahr insgesamt etwa 1700 Euro. Mit der alten Gasheizung kamen wir auf das Doppelte.“

Art der Anlage: Geothermie und elektrische Wärmepumpe
Baujahr der Anlage: 2008
Installierte Leistung: 17,9 kW Wärmeleistung
Erzeugte Strommenge/Jahr: keine Stromerzeugung
Investitionssumme: ca. 35.000 € für Bohrung, Wärmepumpe und Kessel
Ansprechpartner: Friedhelm Tönshoff
Telefon: 02327 - 17 296
E-Mail: Gkuehl@bochum.de

D. Wohnhaus Bideau (Solarthermie und Holzpellets-Heizung)

Wohnhaus Bideau, Heribertistraße 40

Die Modernisierung des Hauses stand nach etlichen Jahren einfach an - und für die energetische Neuorientierung hatten Henrike und Dr. Christoph Bideau einen ganz gewichtigen Grund: „Wir wollten einfach unabhängig sein von Öl und Gas, denn deswegen sind schon viele Kriege entstanden.“ Über mehrere Monate besuchte die Familie Ausstellungen und Messen, um eine Alternative zu finden. Die favorisierte Lösung bestand 2010 schließlich aus einer Holzpellets-Heizung, die man mit Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung komplettierte. Diese vollständig CO2-freie Kombination war nach KfW-Richtlinien förderfähig. Weil zusätzlich das Mehrfamilienhaus in der Heribertistraße 40 vom Keller bis zum Dach wärmegedämmt wurde, profitieren neben der Umwelt auch die Mieter von der Gesamtmaßnahme. Ihre Energiekosten sind ein gutes Stück kleiner als vorher.

Art der Anlage: Holzpellets-Heizung plus Solarthermie
Baujahr der Anlage: 2010
Installierte Leistung: 26 kW
Erzeugte Strommenge/Jahr: keine Stromerzeugung
Investitionssumme: 23.860€
Ansprechpartner: Herr Klaus Heine
E-Mail: henrike.bideau@googlemail.com

E. Holzbau Delseith (drei PV-Anlagen)

Betriebsgebäude Holzbau Delseith, Gewerbestraße 14

An der Gewerbestraße hat Betriebsinhaber Bernd Delseith zu Zeiten der (vorerst) letzten großen Finanzkrise gleichermaßen umweltbewusst und ökonomisch gedacht. Mit Blick auf die Zukunft seiner Kinder, aber auch eine befürchtete Geldentwertung beschloss der Holzbauer eine Investition in Sachwerte. Und zwar in ertragreichen Sonnenstrom. So entstanden 2009 auf drei verschieden geneigten Betriebshallen-Dächern drei unterschiedliche Fotovoltaikanlagen. Seitdem kann er ziemlich genau beobachten, welche Anlage bei welchen Lichtverhältnissen den jeweils besten Ertrag liefert. Seine Erkenntnis: „Bei geringerer Neigung der Module ist die Stromerzeugung dann höher, wenn das Wetter eher schlechter wird.“ Insgesamt ließ Delseith auf seinen Dächern Anlagen mit einer Spitzenleistung von 150 kWp montieren. Sie produzieren pro Jahr etwa 130.000 Kilowattstunden emissionslosen Solarstrom, der zur Versorgung von 35 Familienhaushalten bequem ausreicht. Demnächst erweitert das Unternehmen noch einmal um eine neue Halle. Und natürlich wird diese ein „Sonnendach“ tragen.

Art der Anlage: Solarstrom-Erzeugungsanlage
Baujahr der Anlage: 2009
Installierte Leistung: 150 kWp
Erzeugte Strommenge/Jahr: 127.500 kWh
Investitionssumme: ca. 480.000 €
Ansprechpartner: Bernd Delseith
E-Mail: info@delseith.com

F. Vereinsheim TG 1949 (Blockheizkraftwerk)

Vereinsheim TG 1949, Ostfeldmark 11

Wie interessierte Mitglieder auch einen Tennisverein auf neue Gedanken bringen können, lässt sich in der Ostfeldmark schön am Beispiel der TG 1949 verfolgen. Dort entschloss sich der Vorstand auf einen solchen Tipp hin, die Energieversorgung der Drei-Felder-Tennishalle sowie der Duscheinrichtungen plus Gastronomie auf einen effizienten Stand zu bringen. Die alte Gasheizung ging in „Alters-Teilzeit“, ihre Hauptarbeit verrichtet nun ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk. „Nicht immer reicht es vollständig“, sagt der Vereinsvorsitzende Peter Schafeld, „aber als Reserve haben wir ja immer noch unseren alten Brenner.“ Die Anschaffung der 28.000 Euro teuren Anlage wurde durch einen 7.000-Euro-Förderzuschuss begünstigt - und den Umstand, dass das Blockheizkraftwerk ja auch Strom ins Bochumer Versorgungsnetz liefert: etwa 5.000 Kilowattstunden pro Jahr. „Unsere Kalkulation sieht vor, dass sich die Anschaffung in weniger als fünf Jahren rechnet“, verrät Schafeld, „und wir haben keine stark steigenden Energiepreise eingerechnet.“ Für die Umwelt ebenfalls ein Gewinn: Denn die Kraft-Wärme-Kopplung kommt auf eine Brennstoff-Ausnutzung von fast 90 Prozent.

Art der Anlage: gasbetriebenes Blockheizkraftwerk
Baujahr der Anlage: 2009
Installierte Leistung: 5,5 kW elektrisch, 12,5 kW thermisch
Erzeugte Strommenge/Jahr: 5.000 kWh
Investitionssumme: 29.698 €
Ansprechpartner: Heizung-Sanitär Philipps GmbH & Co. KG
Telefon: 0234 - 94377-0

G. Wohnhaus Krakau (Solarthermie)

Wohnhaus Krakau, Wattenscheider Hellweg 65a

Üblicherweise baut ein Architekt Häuser gleich für fremde Auftraggeber. Oder er baut das Haus und verkauft es nach Fertigstellung. Weil das Wattenscheider Büro Krakau + Eberlein aber vor elf Jahren zwei identische Mehrfamilienhäuser errichtete und behielt, ist Andres Krakau heute zu einem interessanten Energiekostenvergleich in der Lage. Am Wattenscheider Hellweg 65a unterstützen nämlich mehrere Flachkollektoren die Warmwasser-Aufbereitung, während das „Zwillings-Objekt“ die Duschen konventionell versorgt. „Der Unterschied beträgt pro Jahr beständig zwischen 600 und 700 Euro“, gewährt Krakau einen Blick in die Abrechnungen. „Und in manchem Jahr steigt er auch auf 1000 Euro.“ Es sei schließlich das Geld der Mieter, die davon profitierten, dass die Sonne keine Rechnung schickt: „Solarthermie lohnt sich.“

Inzwischen ist die Einbindung Erneuerbarer Energieformen bei Neubauten gesetzlich vorgeschrieben. Und Krakau würde - wenn es der Standort zulässt - sein Konzept fortschreiben: „Mit der Nutzung von Geothermie plus Solarstrom wird die Sache nochmals deutlich umweltfreundlicher.“

Hinweis: Das Wohngebäude Wattenscheider Hellweg 65a ist in Hinterlage errichtet worden. Einen guten Blick auf die Solaranlage kann man jedoch vom Abzweig der Straße „Harenburg“ werfen.

Art der Anlage: Solarthermische Warmwasserbereitung
Baujahr der Anlage: 2004
Installierte Leistung: keine Angabe
Erzeugte Strommenge/Jahr: keine Stromerzeugung
Investitionssumme: keine Angabe
Ansprechpartner: Andres Krakau
Telefon: 02327 - 15153

H. Gartencenter Schley (große PV)

Gartencenter Schley, Wattenscheider Hellweg 314

„Wir haben’s getan, um Ressourcen zu sparen - und natürlich etwas für die Umwelt zu tun.“ Für Monika Melzer, die Öffentlichkeitsarbeiterin des Gartencenters Schley, ist die Frage nach den Motiven der einschlägigen betrieblichen Anstrengungen ganz einfach zu beantworten. Schließlich handelt man ja mit Gewächsen, die nicht nur schön aussehen sollen, sondern auch das klimaschädliche CO2 binden. Da liege das weitere Engagement doch sehr nahe. Konkret hat der Blumenmarkt am Wattenscheider Hellweg 314 in den Jahren 2005/2006 zwei große Solarstromanlagen auf seinen Dächern installiert, die seither mehr als 300.000 Kilowattstunden sauberen Ökostrom erzeugten und jährlich etwa 35 Tonnen CO2 einsparten. Die 76 kWp leistenden Module waren zweitweise das größte Solarstrom-Ensemble in Bochum. Nebenbei fängt der Betrieb das Regenwasser der Dach- und Verkaufsflächen auf und nutzt es über eine große Zisterne zur Pflanzenpflege. Was dann noch übrig bleibt, wird zur Renaturierung eines kleinen Siepen nebst Teich in Gebäudenähe verwendet. Derlei Engagement brachte Schley eine beachtete Nominierung zum großen Branchenwettbewerb „Taspo-Award“ ein.

Art der Anlage: Solarstrom-Erzeugungsanlagen
Baujahr der Anlage: 2005/2006/2010
Installierte Leistung: 76,4 kWp
Erzeugte Strommenge/Jahr: etwa 64.000 kWh
Investitionssumme: 340.000 €
Ansprechpartner: Monika Melzer
E-Mail: m.melzer@gartencenter-schley.de

I. Heimatmuseum Helfs Hof (mit traditioneller Feuerstätte)

Heimatmuseum Helfs Hof, In den Höfen 37

Ein offenes Holzfeuer, darüber aufgehängt der gusseiserne Topf: So wurde in Wattenscheids Vergangenheit gekocht - und die zentrale Flettküche gleich mitgeheizt. Das alles ist weit entfernt vom Zubereitungs- und Wärmekomfort der Neuzeit … und doch so nahe. Denn im Heimatmuseum Helfs Hof wird die bäuerliche Vergangenheit schon fast wieder lebendig. Nicht nur die: Betreut vom Wattenscheider Heimatverein, ist hier auch ein gutes Stück der Ortsgeschichte zusammengetragen, die bekanntlich mindestens bis in das 11. Jahrhundert zurück reicht. Helfs Hof selbst kann als Gebäude ebenfalls schon einige Jahrhunderte Bestand vorweisen. Es gibt also viele Gründe, die Sevinghauser Adresse auf einem Wattenscheider Rundkurs nicht auszuklammern.

Art der Anlage: Heimatmuseum mit mittelalterlicher Fleetküche
Adresse: In den Höfen 37
Öffnungszeiten: In der Sommerzeit Mi 10 - 13 und 15 - 19 Uhr, Sa + So 11 - 19 Uhr
Telefon: 02327 - 33150

K. Ev. Kirchengemeinde Leithe (Blockheizkraftwerk - PV)

Ev. Kirchengemeinde Leithe, Gelsenkirchener Straße 1-3

Man kann nicht einfach nur die Bewahrung der Schöpfung predigen, sondern muss auch entsprechend handeln. Diesen Leitgedanken hat die Evangelische Kirchengemeinde Leithe seit gut einem Jahrzehnt auf spezielle Weise umgesetzt. Ende 2002 bauten das Pfarrerspaar Chaikowski und etliche Gemeindemitglieder zunächst eine 4,93 kWp starke Solarstromanlage direkt auf das Dach des Kirchsaales. Sechs Jahre später folgte als Ergänzung ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk, das Wärme und Strom für das Gemeindezentrum und die angeschlossene KiTa erzeugt. Damit war man in Leithe unter den Pionieren des „Grüner Hahn“ genannten kirchlichen Umweltmanagement-Programms. Das sieht freilich nicht nur umweltfreundliche Energieerzeugung vor, sondern vor allem die Einsparung. Tatsächlich, sagt Pfarrerin Ute Chaikowski, sei beim Stromverbrauch in vier Jahren ein Rückgang von 40 Prozent erzielt worden. Auch ökonomisch profitiert die Gemeindekasse von dem Anlagen-Duo: Allein durch den Betrieb des Blockheizkraftwerkes machte der Vorher-Nachher-Vergleich etwa 5.000 Euro pro Jahr aus. Möglich ist dies durch einen respektablen Strom-Selbstverbrauch von fast 30 Prozent, der gesondert vergütet wird. Gegenwärtig plant die Gemeinde eine weitere Solarstromanlage auf dem Kirchdach - und will damit den Selbstversorgungsgrad auf 80 Prozent erhöhen.

Routen-Tipp: Neben dem Besuch der Energieanlagen lohnt auch eine kleine Rast im ehrenamtlich geführten Eine-Welt-Café. Öffnungszeiten: Di. + Mi. von 9 bis 11.30 Uhr, Do. 15 - 17.30 Uhr und an Sonntagen nach dem Gottesdienst (etwa 11 Uhr)

Art der Anlage: Solarstrom-Erzeugungsanlage + Blockheizkraftwerk
Baujahr der Anlagen: 2008
Installierte Leistung: 5,5 kWp elektrisch+ 70.000 kwh Wärme / anno
Erzeugte Strommenge/Jahr: 28.000 kWh
Investitionssumme: 35.000 €
Ansprechpartner: Ute Riegas-Chaikowski und Andreas Chaikowski
E-Mail: ge-kg-leithe@kk-ekvw.de

L. „Himmelstreppe“ auf der Rheinelbe-Halde (Aussichtspunkt)

Himmelstreppe, Rheinelbe-Halde

Energie wird hier oben auf der ehemaligen Rheinelbe-Halde nicht erzeugt, dennoch lohnt sich am Ende des „Energiepfades Wattenscheid“ der kleine Abstecher über die Stadtgrenze zu Gelsenkirchen. Denn aus 116 Metern Höhe über dem Meeresspiegel bietet sich ein prachtvoller 360-Grad-Panoramablick, über das Zentrum einer Region, die ein Jahrhundert lang Deutschlands „Kraftzentrale“ darstellte. Viele Monumente dieser Epoche sind von der „Himmelstreppe“ gut zu erkennen: das Weltkulturerbe „Zollverein“, die früheren Schachtanlagen „Nordstern“ und „Consolidation“ in Gelsenkirchen, „Ewald“ in Herten sowie „Holland“ in Wattenscheid und natürlich das Deutsche Bergbaumuseum. Hinzu kommen noch aktive Großkraftwerke in Scholven (GE) und Herne, aber auch schon große Windanlagen, die oft auf alten Bergwerkshalden errichtet sind. Dass Erneuerbare Energien im zentralen Revier eine immer größere Rolle spielen, verdeutlicht auch der Blick auf den Solar-Kohlebunker, der am alten „Schalker-Verein“-Standort errichtet wurde.

Selbst die Kunstobjekte von Herman Prigann - am Fuß und auf der Spitze der Halde - haben mit Energie zu tun: Die „Windwaage“ dreht sich bei stärkerer Luftströmung tatsächlich. Und die Betonblöcke der Gipfelskulptur stammen aus den Trümmern alter Zechenbauten.

 

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