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Stadtwerke Bochum

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Energie

Zuverlässig, stabil, lokal

Gasrecycling mit Mehrwert

So leicht kann aus Abfall wertvolle Energie werden: Im Deponiegas-Blockheizkraftwerk in Kornharpen nutzen die Stadtwerke das bei der Müllverrottung entstehende Methangas zur Strom- und Fernwäremerzeugung. Würde das Gas in die Atmosphäre gelangen, wäre es äußerst klimaschädlich - denn der Faktor zur Aufheizung der Erdatmosphäre ist bei Methangas 20 mal höher als bei Kohlendioxid. Dadurch, dass die Stadtwerke das Methangas weiterverwenden, leisten sie einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz.

Das Heizkraftwerk benötigt im Durchschnitt stündlich etwa 1.300 Kubikmeter Deponiegas. So entstehen jährlich rund 21 Gigawattstunden Strom - ausreichend, um etwa 9.700 Haushalte zu versorgen. Gleichzeitig produziert das Kraftwerk etwa 31 Gigawattstunden Fernwärme, die zur Versorgung von rund 2.500 Haushalten ausreicht.

Ökologischer Nutzen

Methan entsteht in einem natürlichen Prozess, wenn organische Stoffe gären und dabei gasförmige Endprodukte wie Methan und Kohlendioxid freisetzen. In der freien Natur findet dies hauptsächlich in Sümpfen, Mooren, Schlammschichten und Kuhmägen statt.

Auch bei der Müllgärung in einer industriellen Deponie entstehen zahlreiche Gase. Sie werden unter dem Begriff Deponiegas zusammengefasst. Daher gehört Deponiegas in die Gruppe der Biogase, die sich überwiegend aus Methan und Kohlendioxid zusammensetzen. Während der stabilen Methangärungsphase besteht das Deponiegas aus 55 bis 60 Prozent Methan und 40 bis 45 Prozent Kohlendioxid.

Methan ist 32 mal klimawirksamer als Kohlendioxid. Neben diesen Auswirkungen gibt es die Problematik von Geruchsbelästigungen durch Spurengasanteile. Diese äußerst geruchsintensiven Stoffe wirken sich oft bereits in geringsten Konzentrationen auf das Wohlbefinden der Anwohner aus.

Technisches Know-how für Bochum

Die Zentraldeponie Kornharpen liegt mitten in Bochum, in direkter Nachbarschaft zum Ortsteil Kornharpen. Die ökologischen Auswirkungen müssen deshalb eingegrenzt werden, dazu muss die Deponie aktiv entgast werden. Aktive Entgasungsanlagen arbeiten mit ca. 50 bis 53 Prozent Methan und 35 bis 38 Prozent Kohlendioxid. Um Gasaustritte in der Umgebung möglichst zu vermeiden, wird das Deponiegas verdünnt.

Die Wirksamkeit der Entgasung wird jährlich mit einer Oberflächenmessung (FID Messung ) überprüft. Auf der Deponie sind 50 Gasbrunnen und sechs Unterstationen sowie etwa zwölf Kilometer Leitungen zur Gasabsaugung eingebracht. Die Qualität des Gases wird für jeden einzelnen Brunnen zweimal pro Woche kontrolliert - und die Absaugmenge entsprechend eingestellt.

Die aktive Entgasung benötigt eine regelbare Absaugmöglichkeit. Diese Aufgabe erledigen drei Drehkolbengebläse. Umfangreiche Sicherheits- und Messtechnik sorgt für einen sicheren und störungsfreien Betrieb der Absaugung. Bei unvorhersehbaren Stillständen des Blockheizkraftwerks kann die vorhandene Hochtemperaturfackel die Gasentsorgung übernehmen.

Europäischer Fond für regionale Entwicklung