• Neue Regeln für Hallenheizungen
    Jetzt zukunftssicher planen!

20.02.2026

Ab Mitte 2026 müssen neue Hallenheizungen zum Teil mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Wer sich hier für eine Wärmepumpe entscheidet, spart deutlich Kosten. Jetzt und in den kommenden Jahren.

Foto oben: Aleksandar Malivuk/Shutterstock.com

Neue Spielregeln für das Heizen in Gewerbe- und Industriehallen: Ab dem 30. Juni 2026 müssen neu eingebaute Heizungen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien verwenden. So fordert es das Gebäudeenergiegesetz (GEG).

 

Es lässt dafür mehrere Möglichkeiten zu:

  • Wärmepumpen oder Hybridanlagen mit Wärmepumpe, etwa Strahlungsheizung mit Wärmepumpe
  • Elektrische Heizsysteme wie Infrarotstrahler, Deckenstrahlplatten oder Warmlufterzeuger
  • Biomethan sowie grüner oder blauer Wasserstoff
  • Wärmenetz
  • Solarthermie

Für Hallen mit über vier Metern Höhe gelten Ausnahmen: Einzelne Geräte wie gasbetriebene Infrarotstrahler oder Warmluftheizungen dürfen hier über zehn Jahre schrittweise ausgetauscht werden. Solange ist der Weiterbetrieb mit fossilen Energien erlaubt. Spart der Austausch alter Heizanlagen durch ein neues fossiles Heizsystem jährlich mindestens 40 Prozent Energie ein, darf dies bis Ende 2044 durchlaufen.

Gas verliert an Attraktivität

Til Stricker, Projektingenieur bei den Stadtwerken Bochum, rät dazu, neue Hallenheizungen zukunftssicher zu planen. Orientierung biete dabei der kommunale Wärmeplan. Ende Juni 2026 muss er in Bochum vorliegen. „Spätestens dann ist klar, welche Energieträger im Stadtgebiet langfristig verfügbar sein werden.“

Fest steht für den Energietechnik-Fachmann aber schon jetzt: „Gasheizungen und gasbetriebene Strahlungsheizungen spielen bald kaum noch eine Rolle.“ Neben den GEG-Vorgaben sprechen wirtschaftliche Gründe dagegen. Mit dem künftigen schrittweisen Rückbau der Gasnetze steigen die Netzentgelte für verbleibende Kunden. Hinzu kommen der stetig steigende CO2-Preis sowie demnächst wohl noch weitere Aufwendungen. Wer weiterhin fossile Heiztechnik nutzen möchte, sollte sich daher klarmachen: Unabhängig vom Energiepreis klettern die Betriebskosten künftig in die Höhe. Elektrisch betriebene Lösungen können aufgrund von Strompreisentwicklungen und geringer Effizienz ebenfalls teuer werden. „Eine langfristig kostensparende Alternative ist dagegen die Wärmepumpe, idealerweise kombiniert mit einer Solaranlage“, sagt Stricker.

Projektingenieur Til Stricker (Bildnachweis: Stadtwerke Bochum)

Til Stricker: „Für jede Anforderung eine Lösung.“

Foto: Stadtwerke Bochum

Außenansicht von zwei Klimageräten an einem Gebäude

Foto: Doralin Samuel Tunas/Shutterstock.com

Wärmepumpe: Lösungen für fast jede Halle

Viele Hallen im Bestand sind aktuell gar nicht beheizt oder besitzen alte Heizsysteme mit hohen Vorlauftemperaturen. Dies ist zwar speziell für Luft-Wasser-Wärmepumpen eine Herausforderung, aber kein Ausschlusskriterium für Wärmepumpentechnik. „Für nahezu jede Anforderung gibt es heute eine Lösung“, weiß Stricker. Zudem warten Zuschüsse von bis zu 35 Prozent bei der KfW-Heizungsförderung. So lassen sich die Kosten für den Kauf einer Wärmepumpe spürbar senken.

 

Für Bochum kommen drei Systeme in Frage:

  • Geothermie-Wärmepumpe (erwärmt Wasser für den Heizkreislauf)
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe (erwärmt Wasser für den Heizkreislauf)
  • Luft-Luft-Wärmepumpe (heizt mit Luftgebläse, bietet im Sommer Kühlfunktion)

Früh planen spart Geld

Stricker empfiehlt, rechtzeitig mit der Planung einer Wärmepumpen-Anlage zu beginnen. Der Grund: Sie benötigen häufig einen stärkeren Stromanschluss. Er muss beim Netzbetreiber beantragt werden – mit Vorlaufzeiten von mehreren Monaten, teilweise bis zu einem Jahr. Besonders Eigentümer von Hallen mit Heizungen, die älter als 20 Jahre sind, sollten daher möglichst rasch ihr künftiges Heizkonzept aufstellen. Die Stadtwerke Bochum unterstützen dabei mit Beratung und maßgeschneiderten Lösungen.

 

Für die Übergangszeit bis zum Einbau einer Wärmepumpe bieten die Stadtwerke mobile Heizzentralen an. Das GEG erlaubt es zwar auch, für maximal fünf Jahre Gas- oder Ölheizungen einzubauen. Durch Kauf, Einbau und CO2-Abgaben entstehen dadurch aber wieder zusätzliche Kosten.

 

Wer sich für eine Hallenbeheizung mit Wärmepumpe entscheidet, profitiert gleich mehrfach: Er kann sich Fördermittel sichern sowie Energie- und Betriebskosten sparen. Besonders in Kombination mit einer Photovoltaikanlage und gegebenfalls einem Batteriespeicher ergibt sich so ein ideales Energiekonzept. Und eine höhere Planungssicherheit bei den jährlichen Heizkosten gibt‘s noch obendrauf!

 

Ihre Ansprechpartner:

Til Stricker

Tel.: 0234 960-3663

Til.Stricker@stadtwerke-bochum.de

Fazit:

  • Ab Mitte 2026 müssen neue Hallenheizungen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Für Hallen über vier Meter Höhe gibt es Ausnahmen.
  • Der Rückbau von Gasnetzen, steigende Netzentgelte und CO2-Preise führen langfristig zu deutlich höheren Betriebskosten. Das macht Gas wirtschaftlich zunehmend unattraktiv. Auch elektrische Heizanlagen können kostspielig werden.
  • Wärmepumpen sind zukunftssicher und förderfähig: Für nahezu jede Halle gibt es passende Lösungen. Förderzuschüsse von bis zu 35 Prozent sind möglich. Zudem senken Wärmepumpen langfristig Energie- und Betriebskosten.
  • Eine rechtzeitige Planung der Wärmepumpen-Heizung vermeidet Engpässe beim Stromanschluss.

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